Praxisanleitung / Kostenlose Optionen

VPS kostenlos nutzen: Angebote richtig einordnen

Einen VPS kostenlos zu nutzen ist bei manchen Cloud-Programmen innerhalb bestimmter Kontingente möglich. Das ist kein unbegrenztes Hosting: Konto, Region, VM-Typ und zusätzliche Ressourcen entscheiden darüber, ob Kosten entstehen. Hier vergleichst du die Programme; die Erstellung einer Ubuntu-Instanz folgt in einer eigenen Anleitung.

In dieser Anleitung

Laufendes Kontingent, Testguthaben oder lokales Labor?

Ein laufendes kostenloses Kontingent gilt nur unter den jeweiligen Bedingungen. Ein Testguthaben endet dagegen nach einer Frist oder beim Verbrauch des Guthabens. Ein lokales Ubuntu-Labor benötigt keinen Cloud-Vertrag, ist aber kein automatisch öffentlich erreichbarer VPS und nutzt deine eigene Hardware.

Wenn du nur Linux-Kommandos üben möchtest, kann eine lokale VM ausreichen. Für einen öffentlich erreichbaren Dienst brauchst du zusätzlich zuverlässige Erreichbarkeit, Absicherung und eine Wiederherstellungsstrategie.

Oracle und Google Cloud im Vergleich

Die folgenden Angaben beschreiben die dokumentierten Programmgrenzen zum Zeitpunkt dieser deutschen Redaktion. Verfügbarkeit, Kontoprüfung und zusätzliche Kosten musst du vor der Bereitstellung im gewählten Konto prüfen.

Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen →

ProgrammCompute innerhalb des KontingentsWichtige Einschränkungen
Oracle Always Free AMDBis zu zwei VM.Standard.E2.1.Micro mit je 1 GB RAMHeimatregion und verfügbare Kapazität
Oracle Always Free Ampere A1Monatlich 1.500 OCPU-Stunden und 9.000 GB-Stunden, entsprechend 2 OCPU und 12 GB dauerhaftARM-Architektur; Kontingent gilt gemeinsam für die Nutzung
Google Cloud Free TierMonatliche Laufzeit entsprechend einer e2-micro, 1 GB RAM und geteilte CPUNur geeignete Regionen und zulässige Ressourcen
Temporäre Cloud-TestsGuthaben für einen begrenzten ZeitraumEnde nach Frist oder Verbrauch; keine dauerhafte kostenlose Leistung

Bei Oracle teilen sich geeignete Boot- und Block-Volumes das kostenlose Kontingent von 200 GB in der Heimatregion; hinzu kommen bis zu fünf Volume-Backups zusammen. A1 ist arm64 und damit nicht für jede Anwendung geeignet. Kapazitätsmangel kann die Erstellung verhindern; inaktive kostenlose Instanzen können zurückgefordert werden.

Für die e2-micro nennt Google die Regionen us-west1, us-central1 und us-east1. Die kostenlose Laufzeit wird über geeignete Instanzen des Kontos zusammengerechnet. Zwei angezeigte virtuelle CPUs bedeuten bei diesem geteilten Maschinentyp keine zwei dauerhaft voll nutzbaren Kerne.

Das Oracle-Testangebot nennt 300 US-Dollar für 30 Tage, das Google-Testangebot 300 US-Dollar für 90 Tage; ein früherer Verbrauch beendet die nutzbare Gutschrift. Beides ist von den laufenden kostenlosen Kontingenten zu unterscheiden. Anmeldung und Berechtigung sind nicht garantiert.

Die VM ist nur ein Teil der Rechnung

Prüfe IP-Adressen, Datenträgertyp, zusätzlichen Speicher, Snapshots, Datenübertragung und Dienste wie Load Balancer separat. Eine passende VM allein macht diese Ressourcen nicht kostenlos. Ein Budgetalarm informiert; er beendet nicht automatisch alle kostenpflichtigen Ressourcen.

  • Welche Region und welcher exakte Maschinentyp werden abgerechnet?
  • Ist die Festplatte als Standard Persistent Disk oder als anderes Produkt angelegt?
  • Wird eine öffentliche IPv4-Adresse gesondert berechnet?
  • Welche Zielregion und welcher Netzwerktarif gelten für ausgehende Daten?
  • Wie lange bleiben Snapshots und ungenutzte Datenträger erhalten?

Rechenbeispiel: kostenloses Compute mit Zusatzkosten

Angenommen wird ein zahlungsfähiges Google-Cloud-Konto ohne Testguthaben und ohne andere Nutzung derselben Kontingente: eine e2-micro in us-central1 für den Monat, 25 GiB Standard Persistent Disk, 20 GiB ausgehender Premium-Traffic in eine passende US-Zielregion und 10 GiB-Monat Snapshots. Die öffentliche IPv4-Adresse wird separat betrachtet.

Die VM-Laufzeit kann innerhalb des kostenlosen Compute-Kontingents liegen. Die 25 GiB Standard Persistent Disk liegen innerhalb der zusammengefassten Angabe von 30 GB-Monat für geeigneten Standard-Speicher; Produkt und Abrechnungseinheiten sind trotzdem im Konto abzugleichen. Andere Festplattentypen sind nicht automatisch eingeschlossen.

Wenn für genau diesen ausgehenden Traffic 1 GiB frei ist, bleiben 19 GiB kostenpflichtig. Snapshots und IPv4 kommen nach ihren eigenen Regeln hinzu. GB und GiB sind keine identischen Einheiten. Deshalb wäre ein pauschaler Dollar-Endpreis ohne Tarif, Dauer und Kontonutzung irreführend.

Nutze die konkrete Rechnungsposition oder den passenden Rechner des Anbieters. Notiere Region, Produktkennung, Menge, Einheit und angewendete Freimenge, statt nur einen grünen Hinweis an der VM zu lesen.

Ubuntu kostenlos einrichten oder zunächst lokal üben

Für eine öffentlich erreichbare Ubuntu-VM bietet die Oracle-Einrichtung einen abgegrenzten Ablauf mit SSH-Schlüssel, begrenzter Netzwerkregel und geprüfter Serveridentität. Sie setzt ein geeignetes Konto und verfügbare Kapazität voraus.

Wenn du keinen Cloud-Zugang erhältst, installiere Ubuntu in einer lokalen virtuellen Maschine und übe Benutzer, Dienste und Dateisicherungen. Eine lokale VM ist hier eine Lernalternative, kein Ersatz für einen zugesagten öffentlichen Server.

Das Experiment kontrolliert beenden

Lege eine Liste mit Konto beziehungsweise Projekt, Region, Instanz-ID, Datenträgern, Adressen und Sicherungen an. Kopiere benötigte Daten an einen unabhängigen Ort und prüfe sie vor dem Löschen.

Eine gestoppte oder gelöschte VM kann Ressourcen zurücklassen. Prüfe jede identifizierte Ressource einzeln auf weitere Nutzung und Kosten. Lösche nicht pauschal alles im Konto: Gemeinsam genutzte Netze oder Datenträger könnten zu anderen Projekten gehören.

Für einen Dienst, der dauerhaft erreichbar sein muss, vergleiche anschließend die Bedingungen eines bezahlten Ubuntu VPS. Entscheidend sind die Anforderungen des Dienstes, nicht das Etikett kostenlos.

Fragen und Antworten

Ist ein kostenloser VPS dauerhaft kostenlos?

Nur innerhalb der geltenden Bedingungen und deiner Berechtigung. Kontingente, Programme und Verfügbarkeit können sich ändern.

Ist Linux VPS kostenlos ein anderes Angebot?

Linux bezeichnet das Betriebssystem. Viele kostenlose Cloud-VMs unterstützen Linux; die Ressourcen- und Abrechnungsgrenzen bleiben dieselben.

Schützt ein Budgetalarm vor jeder Rechnung?

Nein. Er meldet Schwellenwerte und ist keine allgemeine harte Ausgabensperre. Auch gestoppte VM-Projekte können Speicher- oder Adresskosten verursachen.

Dokumentationsbasierte Einordnung von VPSuntu, keine eigene Messung kostenloser Cloud-Instanzen. Das Kostenbeispiel ist ausdrücklich hypothetisch.
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